Archiv des Monats Oktober, 2006
For sale: baby shoes, never worn
\hiesiger 29. Oktober 2006So lautet Hemingways kürzeste Geschichte.
Wired hat die Heutigen aufgefordert, es ihm gleich zu tun:
Beispiele:
It cost too much, staying human.
- Bruce Sterling
Bush told the truth. Hell froze.
- William Gibson
TIME MACHINE REACHES FUTURE!!! … nobody there …
- Harry Harrison
Blogger
\hiesiger 28. Oktober 2006zickt heute den ganzen Tag nur rum. Das macht den Wechsel leicht. Eben konnte ich das erste Mal seit sechs Stunden meinen Blog komplett posten.
Geht schon die ganze Woche so.
WordPress
\hiesiger 28. Oktober 2006Aus noch ungeklärter Ursache ist der Import meines Blog in WordPress nach mehreren Fehlversuchen gelungen. Scheinbar stimmen sogar die Umlaute.
Astonished.
Blogs anyone?
\hiesiger 27. Oktober 2006
Zwar war die Installation von der gerade erschienen WordPress-Multiuser-Version WordPress-MU nicht ganz so problemlos wie die der “Einzelplatzversion”, aber nun läuft’s.
Das L-Wort
\hiesiger 25. Oktober 2006“Daran glaubte er nicht. Mied sogar das Wort. Hielt es für Kitsch. Es gebe diese drei Dinge, und nur sie, pflegte er zu sagen: Begierde, Wohlgefallen und Geborgenheit. Und alle seien sie vergänglich. Am flüchtigsten sei die Begierde, dann komme das Wohlgefallen, und leider sei es so, dass die Geborgeheit, das Gefühl, in jemanden aufgehoben zu sein, irgendwann auch zerbreche. Die Zumutungen des Lebens, all die Dinge, mit denen wir fertig werden müßten, seien einfach zu zahlreich und zu gewaltig, als daß unsere Gefühle sie unbeschadet überstehen könnten. Deshalb komme es auf Loyalität an. Sie sei kein Gefühl, meinte er, sondern ein Wille, ein Entschluß, eine Parteinahme der Seele. Etwas, das den Zufall von Begegnungen und die Zufälligkeit der Gefühle in eine Notwendigkeit verwandle. Ein Hauch von Ewigkeit, sagte er, nur ein Hauch, aber immerhin.
Er hat sich getäuscht. Wir haben uns beide getäuscht.
Später als wir wieder in Lissabon waren, beschäftigte ihn oft die Frage, ob es auch so etwas gibt wie Loyalität sich selbst gegenüber. Die Verpflichtung, auch vor sich nicht davonzulaufen. Weder in der Vorstellung noch in der Tat. Die Bereitschaft, zu sich zu stehen, auch wenn man sich nicht mag. Er hätte sich umdichten mögen und dann dafür sorgen, daß aus der Dichtung Wahrheit würde. Ich ertrage mich nur noch, wenn ich arbeite, sagte er.”
Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, S.256f
O Balsamo da Desilusao
\hiesiger 25. Oktober 2006Der Balsam der Enttäuschung
[...] Wodurch, wenn nicht durch Enttäuschnung, sollten wir entdecken, was wir erwartet und erhofft haben? Und worin, wenn nicht in dieser Entdeckung, sollte Selbsterkenntnis liegen? Wie also sollte einer ohne Enttäuschung Klarheit über sich selbst gewinnen können?
[...] Einer, der wirklich wissen möchte, wer er ist, müßte ein ruheloser, fanatischer Sammler von Enttäuschungen sein, und das Aufsuchen enttäuschender Erfahrungen müßte ihm wie eine Sucht sein, die alles bestimmende Sucht seines Lebens, denn ihm stünde mit großer Klarheit vor Augen, daß sie nicht ein heißes, zerstörerisches Gift ist, die Enttäuschung, sondern ein kühler, beruhigender Balsam, der uns die Augen öffnet über die wahren Konturen unserer selbst.
[...] Wenn man Enttäuschung als Leitfaden hin zu sich selbst entdeckt hat, wird man begierig sein zu erfahren, wie sehr man über sich selbst enttäuscht ist: über fehlenden Mut und mangelnde Wahrhaftigkeit etwa, oder über die schrecklich engen Grenzen, die dem eigenen Fühlen, Tun und Sagen gezogen sind. Was war es denn, was wir von uns erwartet und erhofft hatten? Daß wir grenzenlos wären, oder doch ganz anders als wir sind?
Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon S.262ff
Naivität